Nur Herbert Knobloch durfte sich dieses Jahr ins Premnitzer Ehrenbuch eintragen
PREMNITZ - Er spielt selbst kein Instrument und ist doch ein Mensch der harmonischen leisen Töne. Die Premnitzer Stadtväter hatten entschieden, allein Herbert Knobloch, den Vorsitzenden des Kunstfördervereins Ton-Art, beim Neujahrsempfang mit einer Eintragung ins Ehrenbuch auszuzeichnen. Er, der am 11. Februar seinen 78. Geburtstag feiert, nahm die Ehrung mit stillem Stolz entgegen und sagte später: „Das sind Lebensfreuden.“
Zwar stammt Herbert Knobloch aus einem Haus, in dem immer musiziert worden ist. Er hatte als Kind auch begonnen, das Geigenspiel zu erlernen. Noch ein Junge war er dann, als seine Familie das Sudetenland verlassen musste. In der Nachkriegszeit blieb ihm keine Gelegenheit mehr, das Üben wieder aufzunehmen. Mit 14 Jahren begann er bei Ernst Lorenz in Rathenow eine Lehre zum Herrenschneider und wurde 1954 der jüngste Schneidermeister der DDR – mit gerade 20 Jahren.
Jahrzehnte hat er den Rathenower Betriebsteil des VEB Kinderbekleidung in der Großen Hagenstr. 12 geleitet. Für bis zu 80 Beschäftigte trug er Verantwortung, bis zu 100 000 Teile Kinderkleidung im Jahr stellte sein Betrieb damals her. Manchmal, wenn die Oma aus dem Westen einen Quellekatalog mitbrachte, fand er die Stücke dort wieder. Die Qualität war also in Ordnung. Sein Betrieb hatte nach der Wende keine Überlebenschance, darum musste Herbert Knobloch 1990 in den Vorruhestand. Doch all das, was er als Betriebsleiter gelernt und unternommen hatte, sollte ihn dazu befähigen, in seinem Ehrenamt als Vereinsvorsitzender im Umgang mit vielen Leuten immer den richtigen Ton zu treffen. Man kann über Herbert Knobloch und Ton-Art e.V. nicht berichten, ohne seine Tochter Gabriele Knobloch (49 Jahre) einzubeziehen. Sie war Leiterin des „Musikunterrichtkabinetts Premnitz“, das zu DDR-Zeiten dem Rat des Kreises zugeordnet war und 1990 von der neuen Kreisverwaltung sogleich aufgegeben wurde. 80 Schülerinnen und Schüler hatte das Kabinett, das sich damals in der Heimstr. 33 befand. Gabriele Knobloch gab nicht auf und gründete noch 1990 die erste freie Musikschule im Land Brandenburg. Schon da stand die Familie stets hinter ihr. Als ein Fachmann 1993 riet, einen Trägerverein für die Musikschule zu gründen, stand Vater Herbert für den Vorsitz bereit.
Die immer weiter wachsende Musikschule zog 1993 in die Heimstr. 36 um und ging 2003, als der alte Flachbau abgerissen wurde, ins Kulturhaus Fabrikenstraße. Die Inhalte der unendlich vielen Freizeitstunden, die verschiedene Mitglieder der Familie Knobloch im Rahmen dieser Veränderungen für die Musikschule aufwendeten, können an dieser Stelle unmöglich beschrieben werden. Weil die Premnitzer Einrichtung auf 180 Schüler gewachsen war, bot der Kreis 1995 die Aufnahme in die Musik- und Kunstschule Havelland an. Gabriele Knobloch wurde Leiterin für das Gebiet Westhavelland. Der Förderverein ging mit und nahm den neuen Namen Ton-Art an.
Der Bereich war auf 400 Schüler und 20 Honorarlehrer gewachsen, als die Kreisverwaltung Gabriele Knobloch 2010 drängte, die Musik- und Kunstschule zu verlassen. Die Gründe waren fadenscheinig, wie das Arbeitsgericht später festgestellt hat (MAZ berichtete). Darum ist Ton-Art nun wieder ein eigenständig wirkender Förderverein für Kunst und Musik. 130 Schüler werden derzeit in seinen Ateliers in Rathenow und Premnitz sowie in den Grundschulen Hohennauen, Rhinow und Premnitz unterrichtet.
In die Kunstgeschichte des Westhavellandes eingegangen sind die Musicals „Sprachlos“ (1999), „Dream Works“ (2004), die Show „Forever Young“ (2008) und das Musical „Wicked Game“ (2009), die Gabriele Knobloch im Zusammenwirken mit vielen Mitstreitern auf die Bühne gebracht hat.
Bei allen Aktivitäten war immer und ist bis heute Vater Herbert die tragende Säule im Hintergrund. Die komplette Inszenierung des Musical „Wicked Game“ hat beispielsweise 10 000 Euro gekostet. Etwa die Hälfte kam durch Eintrittsgelder herin, aber für die andere Hälfte stand der Verein Ton-Art gerade. Viele Gänge zu Sponsoren hat Herbert Knobloch unternommen. Er sagt: „Sonst hätten wir gar nichts machen können.“ Und ergänzt: „Ein herzliches Dankeschön an alle, die die Arbeit von Ton-Art unterstützen, sei es nun finanziell oder ideell.“
Da Musicals und Shows ohne Kostüme nicht einmal halb so schön sind, passte es gut, dass Vater Herbert von Hause aus Schneidermeister ist. Zahllose Kostüme hat er zusammen mit seiner Frau Gertrud (75) schon gezaubert. Bei zwei Gehröcken für „Wicked Game“ konnten sie mal so richtig zeigen, dass sie die gute alte Handwerkskunst noch nicht verlernt haben. Da hätte auch der alte Rathenower Lehrmeister Lorenz seine Freude dran gehabt. (Von Bernd Geske)
Im Herbst 2011 zeigten die Kunstkurse Rathenow, Hohennauen und Rhinow insgesamt 130 Werke ihrer Teilnehmer. Bunte lebendive Vielfalt zeigten die Flure des Rathenower Rathauses. Waren doch Werke von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen verschiedenster Stilrichtungen, Techniken und Themenkreise vereint, so dass der Blick ständig von Neuem und Faszinierendem gefesselt war. Pressestimmen dazu:Märkische Allgemeine vom 13.10.11 KUNST: Lichtblicke im Herbst - Neue Ausstellung im Rathenower Rathaus eröffnet RATHENOW - Die Ausstellung, die gestern Nachmittag in der dritten Etage des Rathenower Rathauses eröffnet wurde, bricht Rekorde. Nicht weniger als 140 Bilder sind an den Flurwänden zu sehen, so viele wie noch nie. Und dass die Werke 43 verschiedene Namen tragen, ist für die Rathausgalerie auch ein Novum.
Entstanden sind die Bilder in den Malkursen des Vereins Tonart. Das Alter der Künstler reiche von sechs bis über 60, sagte Annelie Knobloch, die den Menschen bei Tonart das Malen beibringt. Mit der Ausstellung wolle man die Vielfalt künstlerischer Ausdrucksmöglichkeiten demonstrieren, sagte sie.
Und tatsächlich ist das Spektrum riesig – sowohl was die Malstile als auch die Themen angeht. Es sind Tierbilder zu sehen, Porträts, Stillleben, Landschaften und sogar Comics. Mit Ölfarben wurde gepinselt, mit Farbstiften, Kreide und Wasserfarben. Hans-Jürgen Lemle, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Rathenow, war sehr angetan von den Werken. Die Künstler hätten sich nicht damit begnügt, naturgetreue Abbilder der Realität zu produzieren, sagte er. Sie hätten das Gestaltete auch interpretiert und so eigenständige Kunstwerke geschaffen. Er selber freue sich sehr über die farbenfrohen Kunstwerke, so Lemle. Sie hätten die Kraft, trübe Novembertage zum Leuchten zu bringen. (mkn)
Rathenower Rathausgalerie: die Künstler hinter den Werken - Film- Bericht der Ruppiner Medien GmbH
2011 zeigten die Teilnehmer der Kunstkurse unter Leitung von Annelie Knobloch wieder ihre Lieblingsbilder im Premnitzer Rathaus ab 06.04.11. Musikalisch gestalteten die StringTales die Vernissage.
Pressemittelung dazu: Eine Spende von 500,- € übergab der Bürgerverein Premnitz e.V. an engagierte Vereine der Stadt. Ermöglicht hatte dies der Chor der Neuapostolischen Gemeinde Premnitz. Anläßlich seines Konzertes im Dezember 2010 hatte der Chor um Spenden gebeten und stellte diese dem Bürgerverein zur Verfügung, der damit das Projekt „Kisy“ der AWO und den Verein „TonArt e.V.“ unterstützt, deren Arbeit mit jeweils 250.- € gefördert werden. Die Jugendhilfestation „Kisy“ ist eine flexible Organisation der Jugendhilfe, die bedarfsgerecht ambulante „Hilfen zur Erziehung“ im Einzelfall entwickelt und durchführt. Dabei bietet Kisy Familien in akuten Krisensituationen Hilfe und Unterstützung, fördert die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, auch speziell bei Defiziten und Verhaltensauffälligkeiten bis hin zur aktiven Gestaltung der Freizeit. Wünsche für den Einsatz der Spende, beispielsweise die Anschaffung einer Werkbank, sind da natürlich reichlich vorhanden.
„TonArt e.V.“ bereichert seit vielen Jahren das kulturelle Leben der Stadt. Seine Angebote im künstlerischen Bereich fanden in den vergangenen Jahren große Beachtung in Ausstellungen im Premnitzer Rathaus. In ihrem neuen Atelier (Premnitz, Neue Waldstr. 36) werden sich die jungen Maler über neue Kunst - Materialien freuen dürfen. Einen weiteren überraschend interessanten Aspekt regte dieses Treffen ebenfalls an: Ideen, gemeinsame Projekte oder Vorhaben dieser Premnitzer Vereine zu starten. So ist ein Konzert mit dem Chor der Neuapostolischen Gemeinde und Künstlern von „TonArt“ e.V. angedacht und auch die Integration eines musiktherapeutischen Angebots dieses Vereins in die Arbeit von Kisy.
Auf dem Foto von rechts nach links: Christiane Wiemer (Bürgerverein), Jürgen Kibbert (Vorsteher Neuapostolische Gemeinde), Herbert Knobloch (Vorsitzender TonArt e.V.) Silvia Wallenta (Vorsitzende Bürgerverein), Birgit Engel, Anke Haelm, Sabine Hille (Kisy), Gabriele Knobloch (TonArt e.V.)
Mit freundlicher Unterstützung der ev. Kirchgemeinde in Rathenow, der Premnitzer Wohnungsbaugesellschaft (PWG) sowie der Havelländischen Zink- Druckguss GmbH & Co. KG konnten wir in Eigenregie 2 neue Ateliers ausbauen, um der künstlerischen Ausbildung in unseren Kursen ein neues zu Hause zu geben.
"Mein Lieblingsbild" der Kunstkurse Rathenow und Hohennauen eröffnete Bürgermeister Seeger am 07.04.10 in der Stadtverwaltung Rathenow. 75 Arbeiten der Kursteilnehmer zwischen 5 und 70 Jahren fanden in den Fluren ein interssiertes Publikum.
Ausstellungseröffnung im Premnitzer Rathaus am 01.03. um 15.00 Uhr durch Bürgermeister Roy Wallenta. Die Eröffnung wurde musikalisch gestaltet durch Alissia Miller (Klavier).
Eine spannende und kreative Woche erwarteten die Teilnehmer, in der Thomas Klotz und Domenika Szymanska Highlights aus einem der erfolgreichsten Musicals Europas, „TANZ DER VAMPIRE“ von Roman Polanski, erarbeiteten!
... Support Band-Contest und spielte am 30.08. als Vorband von City" auf dem Premnitzer Dachsbergfest. Dazu gabs von Eon einen Förderscheck in Höhe von 500.- €.
Vom 02.-06.04. reiste ein Ensemble auf Einladung der "Echanges Franco-Allemands" in die Partnerregion Département Seine-Maritime und gab mehrere Konzerte in der Eglise St.Martin in Harfleur